Rotterdam: junges deutsches Kino im Fokus

17.01.2018 | 14:37 Uhr

Rotterdam: junges deutsches Kino im Fokus

Das Rotterdam International Film Festival (24. Januar –  4. Februar 2018) ist nicht nur das größte Filmfestival der Niederlande, sondern hat sich auch einen besonderen Namen bei der Präsentation von Nachwuchstalenten gemacht.

Diesen bietet es  - unter anderem in den Wettbewerben  - ein exponiertes Forum. 2018 sind wieder mehrere deutsche Beiträge mit Weltpremieren dabei. Die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach ist Jurymitlglied der Hivos Tiger Competition. Ihr Film "Western" wird im Programm gezeigt.

In der Bright Future Competition, die Debütfilmen vorbehalten ist, laufen "Ella & Nell" von Aline Chukwuedo (DFFB) sowie "Windspiel" von Peyman Ghalambor (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF) mit ihrer Welturaufführung.

"Ella & Nell" ist der erste Langfilm von Aline Chukwuedo, die an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) Regie studiert. Sie erzählt eine tragisch-komische Geschichte über eine Freundschaft, die mit wachsender Ungleichheit konfrontiert ist: Ella und Nell waren beste Freundinnen. Mit Anfang 40 stehen sie mitten im Leben, doch Alltag und grundverschiedene Lebensmodelle lassen wenig Zeit füreinander. Das wollen die beiden ändern und brechen zu einer gemeinsamen Wanderung ins Elbsandsteingebirge auf. Während des Trips versuchen sie an ihre alte Freundschaft anzuknüpfen. Dabei müssen sie schmerzlich feststellen, wie sie sich über die Jahre entfremdet haben.

"Windspiel" ist das Bachelorabschlussprojekt für Peyman Ghalambors Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des dreizehnjährigen Jungen A., der in eine Erziehungseinrichtung mitten in einem Brandenburger Wald kommt. Hier sollen "schwierige" Jugendliche durch Disziplin und Arbeit gesellschaftsfähig gemacht werden, aber auch Schutz vor ihren Eltern finden. A. ist isoliert und findet keinen Anschluss zu den anderen Jugendlichen. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, flüchtet er und begibt sich ziellos auf eine ungewisse Reise.

Auch in den Sektionen für mittellange Filme und dem Kurzfilmwettbewerb sind Beiträge deutscher RegisseurInnen programmiert. So sind "Everyone in Hawaii Has a Sixpack Already" von Marvin Hesse (DE/ES) und "Der Schurke Robert Otto" von Florian Haag als Weltpremieren in Bright Future Mid-length zu sehen. In der Tiger Competition for Short Films laufen "More Than Everything" von Rainer Kohlberger sowie "View From Above" von Hiwa K.

Weiterhin zeigt Rotterdam einige schon erfolgreiche internationale Festivalhits aus Deutschland wie "The Cleaners" von Hans Block und Moritz Riesewieck (DE/BR, gebrueder beetz filmproduktion) - direkt nach der Sundance-Weltpremiere als Europapremiere - oder auch Robert Schwentkes "Der Hauptmann" (DE/FR/PL, Filmgalerie451) sowie "Drift" von Helena Wittmann (Fuenferfilm). "Der rote Schatten" von Dominik Graf (Sommerhaus Filmproduktion) läuft als internationale Premiere.

Insgesamt sind 48 deutsche Filme und Koproduktionen beim Rotterdam International Film Festival 2018 programmiert.

Quelle: www.german-films.de
  


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