Die Mörder sind unter uns

Die Mörder sind unter uns

Deutschland (Ost) 1946, Spielfilm

Inhalt

The Murderers Are Among Us

Berlin 1945. Susanne Wallner, a young photographer, returns home from the concentration camp, but her flat is occupied. The surgeon Mertens, who recently returned from the war, is trying to suppress his terrible memories through excessive drinking. They come to an arrangement and, with Susanne′s help, Dr. Mertens slowly returns to his former self. Then he meets his former captain Bruckner, now a slippery businessman who couldn′t care less whether he makes cooking pots out of steel helmets or vice versa.

Mertens′ conscience rebels, and on Christmas Eve 1945, he wants to demand atonement for a massacre of men, women and children which had been ordered three years previously by Bruckner. At the last moment, Susanne is able to convince him that the retaliation of such guilt is not a private affair and that the war criminal should be brought before a court.

Source: German films Service & Marketing GmbH

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"In unseren Herzen ist noch kein Friede"

„Endlich einmal leben“, hofft Hildegard Knef. Und die Kamera von Friedl Behn-Grund (mit Eugen Klagemann am Sucher) fährt über die Trümmerfelder von Berlin, registriert die Schuttberge, sieht zu, wie die Mauerreste, als aufragende Türme stehengeblieben, zusammenstürzend zu Staub zerfallen. In diesem Trümmerschutt kann der Chirurg Mertens (Wilhelm Borchert) nicht zur Ruhe kommen. Er opponiert, halluziniert, er ist ausser sich und kann das Erlebte im Nazireich weder vergessen noch verarbeiten. Als er seinen ehemaligen Hauptmann Brückner (Arno Paulsen) trifft, der Zivilisten umbringen liess, beschließt er, ihn zu töten. - Abrechnung ist auch für Regisseur Wolfgang Staudte (von dem auch das Drehbuch stammt) Hauptmotiv. Er selber war traumatisiert und gedemütigt durch die Zwänge der Nazi-Herrschaft und sah mit ohnmächtigem Zorn, wie diejenigen sich übergangslos anpassten, die in der Nazizeit das Sagen gehabt hatten. Arno Paulsen gelingt eine beklemmende Studie des simplen Opportunisten, der in seiner autistisch abgeschirmten Bürgerlichkeit keinerlei persönliche Schuld erkennen kann. Als Mertens ihn erschiessen will, tritt Paulsen in den übergroßen Schatten, den die Figur von Mertens auf die Wand wirft und in die nun sein kleiner bibbernder Schatten tritt und ihn zu dem werden lässt, was er ist: ein kleiner, feiger Befehlsempfänger. Eine Szene wie aus einem Stummfilm. - Die Tragödie des Krieges überschattete auch die Filmarbeit. Behn-Grund, mit dem Staudte unbedingt diesen Film drehen wollte, wurde im letzten Kriegsmonat von einer Granate der Unterschenkel weggerissen. Trotz des auf eine erbärmliche Holzprothese geschnallten „schmerztobenden Beinstumpfs“ (Netenjakob) fand Behn-Grund diese hoch expressionistischen Bilder. - Noch immer muss der Mut Staudtes bewundert werden, im ersten Nachkriegsjahr bereits dieses Thema aufzugreifen. Dass der Film in seiner Wirkung nicht ganz das Ziel erreicht, hängt auch damit zusammen, dass Staudte die letzte Konsequenz scheute. Auch die Mitläufer waren schuldig. Nicht die Mörder „sind unter uns“, sondern „Wir alle sind die Mörder“ (Schnurre). Hildegard Knef sagt es im Film schonender: „In unseren Herzen ist noch kein Friede“.

Credits

Regie:Wolfgang Staudte
Drehbuch:Wolfgang Staudte
Kamera:Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann
Schnitt:Hans Heinrich
Musik:Ernst Roters
  
Darsteller: 
Wilhelm BorchertDr. Mertens
Hildegard KnefSusanne Wallner
Erna SellmerFrau Brückner
Arno PaulsenFerdinand Brückner
Christian BlackwoodSohn Otto Brückner
Michael GüntherKind Herbert
Robert ForschMondschein
Elly BurgmerMutter des kranken Kindes
Marlise LudwigSonja
Hilde AdolphiDaisy
Albert JohannesBartholomäus
Ursula KriegCarola Schulz
Wolfgang DohnbergFritz Knochenhauer
Ernst Stahl-NachbaurArzt
Wanda PetersKrankenschwester
Käte Jöken-KönigKundin
Christiane HansonDienstmädchen
  
Produktionsfirma:Deutsche Film AG (Berlin/Ost) (Herstellungsgruppe Herbert Uhlich - Später DEFA)

Alle Credits

Regie:Wolfgang Staudte
Regie-Assistenz:Hans Heinrich
Drehbuch:Wolfgang Staudte
Drehbuch-Mitarbeit:Eberhard Keindorff (ungenannt), Johanna Sibelius (ungenannt), Fritz Staudte (ungenannt)
Idee:Wolfgang Staudte
Stoff:Wolfgang Staudte
Kamera:Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann
Kamera-Assistenz:Rudolf Müller
Standfotos:Eberhard Klagemann
Bauten:Otto Hunte, Bruno Monden, Alfred Schulz (ungenannt)
Außenrequisite:Max Klar
Innenrequisite:Fritz Pfotenhauer
Maske:Friedrich Havenstein, Otto Fustrück
Kostüme:Gertrud Recke
Garderobe:Max Bransky, Anna Pfeifer
Schnitt:Hans Heinrich
Ton:Klaus Jungk
Musik:Ernst Roters
  
Darsteller: 
Wilhelm BorchertDr. Mertens
Hildegard KnefSusanne Wallner
Erna SellmerFrau Brückner
Arno PaulsenFerdinand Brückner
Christian BlackwoodSohn Otto Brückner
Michael GüntherKind Herbert
Robert ForschMondschein
Elly BurgmerMutter des kranken Kindes
Marlise LudwigSonja
Hilde AdolphiDaisy
Albert JohannesBartholomäus
Ursula KriegCarola Schulz
Wolfgang DohnbergFritz Knochenhauer
Ernst Stahl-NachbaurArzt
Wanda PetersKrankenschwester
Käte Jöken-KönigKundin
Christiane HansonDienstmädchen
  
Produktionsfirma:Deutsche Film AG (Berlin/Ost) (Herstellungsgruppe Herbert Uhlich - Später DEFA)
Produktionsleitung:Herbert Uhlich
Aufnahmeleitung:Willy Herrmann, Max Sablotzki
Produktions-Assistenz:Adolf Fischer
Dreharbeiten:16.03.1946-07.1946: Berlin (Stettiner Bahnhof, Andreasplatz, Kleine Andreasstraße, Petri-Kirche)
Verleih:Progress Film-Verleih (Berlin/DDR)
Erstverleih:Sovexport-Film (Berlin (Ost)) (sowjetische Zone und Sektor), Ifa (Internationale Filmallianz GmbH) (Berlin) (Französische Zone und Sektor), Herzog-Film GmbH (Berlin) (Britische Zone und Sektor), Donau-Film-Gesellschaft Verleih und Vertrieb (München) (BRD und Berlin/West)
Länge:2475 m, 90 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:Alliierte Militärzensur (DE): 10.1946
Aufführung:Uraufführung (D2): 15.10.1946, Berlin, Deutsche Staatsoper;
Erstaufführung (D1): 10.04.1947, Baden-Baden;
TV-Erstsendung (DD): 01.11.1955, DFF;
TV-Erstsendung (DE): 18.12.1971, ARD

Titel

Originaltitel (DD) Die Mörder sind unter uns
Arbeitstitel Der Mann, den ich töten werde

Fassungen

Original

Länge:2475 m, 90 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:Alliierte Militärzensur (DE): 10.1946
Aufführung:Uraufführung (D2): 15.10.1946, Berlin, Deutsche Staatsoper;
Erstaufführung (D1): 10.04.1947, Baden-Baden;
TV-Erstsendung (DD): 01.11.1955, DFF;
TV-Erstsendung (DE): 18.12.1971, ARD
 

Prüffassung

Länge:2300 m, 84 min
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 15.07.1959, 20097 [3. FSK-Prüfung]
 
Länge:2400 m, 88 min
Prüfung/Zensur:Französische Militärzensur (DE): 03.1947;
Alliierte Militärzensur (DE): 06.1948;
FSK-Prüfung (DE): 06.07.1954, B 247, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 12.01.1959, B 247 [2. FSK-Prüfung]