Ehe im Schatten

Ehe im Schatten

Deutschland (Ost) 1947, Spielfilm

Inhalt

Marriage in the Shadows

Actor and actress Hans and Elisabeth Wieland are a happily married couple. In November of 1938, however, Elisabeth, who as a Jew has lost her right to perform on stage, is witness to a terrifying pogrom. She decides to leave her husband and to emigrate. Hans, who is an acclaimed actor, neither can nor wants to separate from his wife. At the outbreak of the war, Hans is mustered into the armed services. And Elisabeth, in constant fear, can do nothing but wait - with yearning in her heart - for Hans′ letters. Elisabeth is assigned work in an armament factory, where she must carry out hard chores of manual labor.

One day she sees how a friend of hers is arrested, and as she returns home, aghast with horror, she finds her husband who, because of his profession, has been discharged from military service. However, the conditions of his military discharge explicitly specify that he must divorce his Jewish wife. Despite being told not to take his wife to a film premiere, Hans does so anyway. And he must now face the detrimental consequences of his disobedience: his permission to perform on stage has also been revoked, Elisabeth is scheduled to be deported, and once again he is placed under pressure to divorce his wife. Both finally decide to commit suicide.

Source: German films Service & Marketing GmbH

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Der Ausweg

Zwei Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur hatte Kurt Maetzig den Mut, als ersten Film seines Lebens diese Tragödie über den Freitod eines Schauspielerehepaares zu drehen. Die Jüdin Elisabeth (Ilse Steppat) hat den Schauspieler Hans (Paul Klinger) geheiratet und führt nun eine "Mischehe". Als die Nazis sie deportieren wollen, entscheiden sich beide für den Tod. - Getrennt von sanften Milchglasblenden reiht der Film Szenen an Szenen, die zum Schluss in der Auseinandersetzung zwischen Hans und Herbert Blohm (Claus Holm) kulminieren, die einmal Rivalen um die Gunst Elisabeths waren. Der feige Nazi Herbert entscheidet über Sein oder Nichtsein des Ehepaares. - Der Film ist ein konventionell gefilmtes Melodram, wenngleich die Kameraarbeit von Friedl Behn-Grund die Tragödie mit intensiven, klug disponierten Bildsequenzen intensiviert. Argumentieren liesse sich, ob Ilse Steppat der leidende, furchtsame Ausdruck gelingt oder ob nicht Joana Maria Gorvin, die der Regisseur zunächst besetzen wollte, dieser Rolle noch mehr Tiefenschärfe gegeben hätte. Dass allerdings Wolfgang Zeller, der schon bei "Jud Süss" dabei war, die Musik schreiben konnte, ist Beweis für die Wandelbarkeit von Menschen. In diesem Film tritt die Form deutlich hinter dem Inhalt, der Tragödie zurück. Maetzigs Drehbuch lässt auch keinen Zweifel, dass die Lauen, die Mitläufer, die politisch Uninteressierten und Nicht-Engagierten, von Mitschuld nicht frei sind. In der letzten Szene spielt Elisabeth Chopin auf dem Klavier und sieht zu, wie ihr Mann das Gift in den Kaffee schüttet. Mit seinen Worten "Du weisst..." verliert sie das Bewusstsein.

Credits

Regie:Kurt Maetzig
Drehbuch:Kurt Maetzig
Kamera:Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann
Schnitt:Alice Ludwig, Hermann Ludwig
Musik:Wolfgang Zeller
  
Darsteller: 
Paul KlingerHans Wieland
Ilse SteppatElisabeth Maurer
Alfred BalthoffKurt Bernstein
Claus HolmDr. Herbert Blohm
Willy PragerDr. Louis Silbermann
Hans LeibeltFehrenbach
Lothar FirmansStaatssekretär
Karl HellmerGallenkamp
Lotte LieckFrau Hallwig
Gerda MallwitzRuth Hallwig
Walter WernerPaul Hofbauer
Alfred MaackFischer Voss
Hilde von StolzGreta Koch
Lilo NowkaDita Seiler
Rudolf LenelBühnenbildner Tornow
Knut HartwigBlockwart
Karl HannemannGestapo-Mann
Elly BurgmerTante Olga
Hilde Gohr
Elisabeth Wiedemann
  
Produktionsfirma:DEFA Deutsche Film-Aktiengesellschaft (Berlin/Ost)

Alle Credits

Regie:Kurt Maetzig
Regie-Assistenz:Zlata Mehlers
Drehbuch:Kurt Maetzig
hat Vorlage:Hans Schweikart (Novelle "Es wird schon nicht so schlimm")
Kamera:Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann
Standfotos:Kurt Wunsch
Bauten:Otto Erdmann, Franz F. Fürst, Kurt Herlth
Maske:Jette Arlt
Kostüme:Gertrud Recke
Schnitt:Alice Ludwig, Hermann Ludwig
Ton:Karl Tramburg
Musik:Wolfgang Zeller
  
Darsteller: 
Paul KlingerHans Wieland
Ilse SteppatElisabeth Maurer
Alfred BalthoffKurt Bernstein
Claus HolmDr. Herbert Blohm
Willy PragerDr. Louis Silbermann
Hans LeibeltFehrenbach
Lothar FirmansStaatssekretär
Karl HellmerGallenkamp
Lotte LieckFrau Hallwig
Gerda MallwitzRuth Hallwig
Walter WernerPaul Hofbauer
Alfred MaackFischer Voss
Hilde von StolzGreta Koch
Lilo NowkaDita Seiler
Rudolf LenelBühnenbildner Tornow
Knut HartwigBlockwart
Karl HannemannGestapo-Mann
Elly BurgmerTante Olga
Hilde Gohr
Elisabeth Wiedemann
  
Produktionsfirma:DEFA Deutsche Film-Aktiengesellschaft (Berlin/Ost)
Produktionsleitung:Herbert Uhlich
Aufnahmeleitung:Ernst Körner, Gerhard Lücke
Dreharbeiten:12.03.1947-05.1947: Berlin und Umgebung
Verleih:Progress Film-Verleih (Berlin/DDR)
Erstverleih:Sovexport-Film (Berlin (Ost))
Länge:2845 m, 104 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 29.03.1957, B 292, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (West-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Cosima -Filmtheater, Friedenau [Amerikanischer Sektor];
Uraufführung (Ost-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Filmtheater am Friedrichshain [Sowjetischer Sektor];
Uraufführung (West-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Kurbel, Charlottenburg [Britischer Sektor];
Uraufführung (West-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Prinzenpalast, Gesundbrunnen [Französischer Sektor]

Titel

Originaltitel (D2) Ehe im Schatten
Arbeitstitel Ehepaar Wieland
Arbeitstitel Verfolgte Seelen

Fassungen

Original

Länge:2845 m, 104 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 29.03.1957, B 292, ab 16 Jahre / nicht feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (West-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Cosima -Filmtheater, Friedenau [Amerikanischer Sektor];
Uraufführung (Ost-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Filmtheater am Friedrichshain [Sowjetischer Sektor];
Uraufführung (West-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Kurbel, Charlottenburg [Britischer Sektor];
Uraufführung (West-Berlin): 03.10.1947, Berlin, Prinzenpalast, Gesundbrunnen [Französischer Sektor]
 

Prüffassung

Länge:2881 m, 105 min
Prüfung/Zensur:Alliierte Militärzensur (DE): 09.1947;
Sowjetische Militärzensur (DD): 09.09.1947
 

Auszeichnungen

Bambi 1948
künstlerisch wertvollster deutscher Nachkriegsfilm